Zum Inhalt springen
Crampous Mad
Der helle Gastraum der Crêperie Crampous Mad mit Holzboden und Holzstühlen

Crêpe auf Bretonisch: das Crêperie-Lexikon

Das blaue Schild „La Crêperie Crampous Mad“ an der Fassade des Restaurants in Mulhouse

Auf unserem Schild in der rue des Tondeurs geben zwei Wörter unseren Gästen oft Rätsel auf: Crampous Mad. Das ist Bretonisch, oder fast. Ein kleiner Streifzug durch die bretonische Sprache rund um die Crêpe, von der Backplatte bis zum Trinkspruch.

Was bedeutet „Crampous Mad“?

Crampous Mad ist eine französisierte Schreibweise des bretonischen Ausdrucks krampouezh mat: „gute Crêpes“.

  • krampouezh bedeutet Crêpes;
  • mat bedeutet „gut“. Je nach Rechtschreibung findet man es auch als mad: Die Aussprache ist dieselbe.

„Crampous“ ist also keine bretonische Schreibweise, sondern eine Umschrift nach französischer Art, die für Französischsprachige leichter zu lesen ist. Die Geschichte des 1980 eröffneten Hauses lesen Sie in Die Geschichte der Crêperie Crampous Mad.

Krampouezh: eine Crêpe, viele Crêpes

Im Bretonischen ist krampouezh ein Kollektivum: Es bezeichnet Crêpes im Allgemeinen, ein wenig wie „Getreide“ im Deutschen. Für eine einzelne Crêpe hängt man die Endung -enn an: krampouezhenn. Und „eine Crêpe“ heißt ur grampouezhenn: Nach dem Artikel wird aus dem k ein g. Diese Mutation genannte Erscheinung ist eine Besonderheit der keltischen Sprachen.

Das Wort ist alt: Im Mittelbretonischen lautete es crampoez, und es hat Verwandte in den anderen britannischen Sprachen, das walisische crempog und das kornische crampeth.

Das zh stammt aus der Vereinheitlichung der bretonischen Rechtschreibung im Jahr 1941. Je nach Region wird es eher wie z (oder kaum) ausgesprochen, rund um Vannes dagegen wie h: eine Schreibweise für mehrere Aussprachen.

Kleines bretonisches Crêperie-Lexikon

Unser Artikel Galette oder Crêpe: Was ist der Unterschied? hat schon einige Grundbegriffe vorgestellt. Hier geht es weiter.

BretonischDeutschGut zu wissen
krampouezhCrêpeseine Crêpe: krampouezhenn
gwinizhWeizendas Mehl der süßen Crêpes
gwinizh-duBuchweizenwörtlich „schwarzer Weizen“ (du = schwarz)
pillig / billigdie gusseiserne Backplattebillig ist die mutierte Form: ar billig, „die Crêpeplatte“
rozellder Holzrechen zum Verstreichen des Teigsschon rosell im Mittelbretonischen
spanellder Spatel zum Wenden der Crêpeaus Holz oder Metall
amannButterkouign-amann: „Butterkuchen“
laezh-ribodLait ribot (Buttermilch)laezh = Milch, ribod = Butterfass
sistr (oder chistr)Cidrevom altfranzösischen cistre
ti-krampouezhCrêperieti = Haus

Im Französischen schreibt man billig oder bilig und sagt „le“ oder „la“ billig: Der Gebrauch schwankt. Im Bretonischen ist das Wort weiblich, daher die Mutation nach dem Artikel.

Und wenn Sie die bretonische Butter neugierig macht: Ihre Geschichte steht in unserem Artikel Salzbutterkaramell aus der Bretagne.

Galette oder Buchweizen-Crêpe?

Im Osten, in der Haute-Bretagne rund um Rennes und Nantes, ist die traditionelle Sprache das Gallo, eine romanische, mit dem Französischen verwandte Sprache. Dort sagt man Galette zur herzhaften Buchweizen-Crêpe, wie bei der berühmten Galette-saucisse.

Im Westen, in der Basse-Bretagne, wo noch Bretonisch gesprochen wird, sagt man eher crêpe de blé noir (Buchweizen-Crêpe). Und auf Bretonisch ist ohnehin alles krampouezh, ob aus Weizen oder aus Buchweizen.

Die Grenze zwischen den beiden Sprachen war schon immer unscharf, und Wörter wandern. Bei uns in Mulhouse folgt die Speisekarte dem Sprachgebrauch der Haute-Bretagne: Buchweizen-Galettes auf der einen Seite, Weizen-Crêpes auf der anderen.

Ein paar Wörter für den Tisch

  • Demat!: Guten Tag!
  • Degemer mat!: Willkommen!
  • Trugarez!: Danke!
  • Yec'hed mat!: Prost! Wörtlich „gute Gesundheit“: der Trinkspruch zum Anstoßen, eine Bolée Cidre in der Hand.
  • Kenavo!: Auf Wiedersehen!

Und bei Crampous Mad?

Sie müssen kein Bretonisch sprechen, um zu bestellen, aber versuchen Sie es ruhig! Unsere Buchweizen-Galettes und Weizen-Crêpes werden einzeln auf Bestellung zubereitet. Beginnen Sie mit einer Galette au beurre mit leicht gesalzener Butter (3,20 €) oder einer Complète (10,50 €), schließen Sie mit einer Spéciale du Faouët mit Salzbutterkaramell (6,60 €) ab – dazu ein trockener oder süßer Cidre aus dem Val de Rance (3,10 € für 18 cl). Yec'hed mat!

Die ganze Speisekarte entdecken oder einen Tisch reservieren unter 03 89 45 79 43 – 14 rue des Tondeurs, mitten im Zentrum von Mulhouse. Durchgehend geöffnet von Dienstag bis Samstag, ab 11:30 Uhr.